Seit Freitag sind wir schon hier und
noch immer nicht registriert. Es ist also nicht ganz falsch, wenn man
uns gerade als Illegale Einwanderer bezeichnet. Normalerweise muss
das C-Form, das unsere Einreise ausweist innerhalb der ersten 24
Stunden ausgefüllt und eingereicht sein.
Mittlerweile
sind rund 5 Tage vergangen und ein C-Form ist noch immer nicht in
Sicht. Daneben gibt es noch ein Prelocate-Form, ein Police-Form, ein
Visa-Form, ein Resident-Contract und noch ganz viel mehr. Tendenziell
kann man sagen, je mehr Unterschriften und Stempel auf den Papieren
sind, desto leichter erreicht man eine Bearbeitung derselben. Um
diesen ganzen Kram einigermaßen strukturiert abzuwickeln hat uns
Corinna einen Agent organisiert, der uns hilft und dessen Aufgabe es
eigendlich ist, sich um alles zu kümmern. Nun ist es aber leider so
in Indien, das man den Berufsstand 'Agent' nicht über eine
umfassende Ausbildung, sondern nur über dubiose Beziehungen
erreicht. So kommt es, dass unser Agent kein Wort Englisch spricht
(die Formulare sind in Englisch) und auch sonst keinerlei Kompetenzen
aufzeigt. Allgemein gilt, was an Behördengängen in Deutschland eine
Stunde dauert, dauert hier einen Tag. So fuhren Anna und ich gestern
mit ihm und seinem Übersetzer auf dem Motorad zum Police-Office. Wir
wurden auf eine Bank gesetzt, der Agent würde schon machen was zu
machen ist. No problem! Nachdem der erforderliche Stempel auf unseren
Papieren war gings weiter zum F.R.O, dem Foreigner Registration
Office. Zwei Stunden warteten wir dort, bis dieses öffnete und
fuhren in der Zwischenzeit nocheinmal durch die Stadt um Dokumente zu
besorgen. Nach einer längeren Sicherheitskontrolle wurden wir dann
schließlich ins F.R.O. gelassen, als unser Agent realisierte, dass
wir eigendlich zum Commissioner-Office müssten. Raus aus dem F.R.O.
und Commissioner-Office suchen.... Dort angekommen stellte sich
heraus, dass zum Bearbeiten der Unterlagen eine Permission unserer
Landlords (die Eigentümer unserer Hostel) fehlte. Die beiden also
wieder weg, wir sollten warten (We'll be back in 20 minutes, for
sure!). So schauten wir uns die Gegend an, auch im Hinterkopf endlich
einmal ein Klo (mit Toilettenpapier!) für Anna zu finden. Wir
sollten bis zum Abend erfolglos sein... Um hier einen kurzen Exkurs
zu Toiletten aufzuführen: Inder benutzen kein Toilettenpapier. Neben
der Schüssel, sofern vorhanden (meistens ein Loch) steht ein
Wassereimer mit Schöpfkelle. Dies in Verbindung mit der linken Hand
ersetzt das Papier. Wir konnten uns an diese Praktiken bisher noch
nicht gewöhnen, sehen uns allerdings täglich damit konfrontiert. So
erklärt sich auch, warum die Inder zum Essen ausschließlich die
rechte Hand verwenden.
Jedenfalls wurden aus den '20 minutes' eineinhalb Stunden. Irgendwann bekamen wir von Corinna mitgeteilt, dass eine Frau bei ihr angerufen hatte, sie hätte unsere Verträge auf der Straße gefunden. So hatte sich das Thema Commissioner-Office erledigt und die Inkompetenz des Agents war erneut bewiesen. Mit der Rikscha fuhren wir ernüchtert zurück nach Aundh und machten uns ans Abendessen als wir von Corinna erfuhren, dass die ganzen Behördengänge zu diesem Zeitpunkt ohne hin nicht machbar gewesen wären. Trotzdem schöpften wir aus diesem Tag auch eine Lehre: Chanti Chanti! oder auf Deutsch: Reg dich nicht auf, wird schon!
Hier ein Eindruck unserer Erlebnisse:
Jedenfalls wurden aus den '20 minutes' eineinhalb Stunden. Irgendwann bekamen wir von Corinna mitgeteilt, dass eine Frau bei ihr angerufen hatte, sie hätte unsere Verträge auf der Straße gefunden. So hatte sich das Thema Commissioner-Office erledigt und die Inkompetenz des Agents war erneut bewiesen. Mit der Rikscha fuhren wir ernüchtert zurück nach Aundh und machten uns ans Abendessen als wir von Corinna erfuhren, dass die ganzen Behördengänge zu diesem Zeitpunkt ohne hin nicht machbar gewesen wären. Trotzdem schöpften wir aus diesem Tag auch eine Lehre: Chanti Chanti! oder auf Deutsch: Reg dich nicht auf, wird schon!
Hier ein Eindruck unserer Erlebnisse: